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Leap Day: When Gravity Wins (Review)

Artist:

Leap Day

Leap Day: When Gravity Wins
Album:

When Gravity Wins

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Leap Day/Just For Kicks
Spieldauer: 66:06
Erschienen: 21.11.2025
Website: [Link]

LEAP DAY, die guten Prog-Jungs aus dem Land, das man besonders für seinen Käse und die allerliebste Tante 'Frau Antje' seit den 60er-Jahren liebt, können natürlich nicht nur Käse, sondern auch Progressive Rock. Unter unseren Seiten bekam der (aktuell) Prog-Sechser dafür allerdings manchmal schon den 'Käse-Stempel' aufgedrückt. Die spannende Frage: Gibt's den auch für ihr aktuelles Album „When Gravity Wins“ – egal ob abgehoben oder der Erdanziehungskraft verschrieben fest am Boden verwurzelt?


When Gravity Wins“ weiß in vielen Momenten seiner 66 Minuten gut, ja sogar sehr gut zu gefallen. Also können wir den 'Käse-Stempel' erstmal in die Schublade für enttäuschende Prog-Veröffentlichungen legen und diese fest verschließen. Und dass dies so ist, liegt in erster Linie daran, dass die Jungs tatsächlich nicht nur seit ihrer Bandgründung im Jahr 2008 zum alten Prog-Eisen, das seinen Musik-Stahl immer besser und souveräner schmiedet, gehören, sondern sie auch gänzlich übergangslos mit „When Gravity Wins“ an ihr beachtliches letztes Album „Treehouse“ anknüpfen – und so die gelungene Mischung aus melodischen Sympho-Prog mit einer gehörig dunklen Note, die allerdings auch richtig gut rocken kann, fortsetzen.

Noch dazu fühlt man sich in gewissen Gravitätsmomenten an GENESIS der „Duke“-Phase erinnert, wobei sogar das einzige Instrumental, der Neunminuter „Viral Cage“ mit seinen fein abgestimmten Klangliebeleien zwischen Keyboard und Gitarre, einen nicht unerheblichen Anteil hat.
LEAP DAY setzen auf ideen- wie abwechslungsreiche Kompositionen, breit instrumentiert, die allerdings nie problemorientierte Themen und dunkle Töne ausschließen.


Dazu kommen später in „Falling Star“ ein paar spannenden Gilmour-Gitarren-Soli, die für angenehm floydianischen Prog-Schmackes sorgen. Gut und überzeugend gemacht. Da wird der besungene „Falling Star“ nicht zur billigen Sternschnuppe, sondern zieht einen weiten progressiven Schweif hinter sich her.


Der sich an alten romantischen Lyrikern orientierende Winter-Song „Winter“ (basierend auf einer Liebesgeschichte von Erich Segal) verbreitet genau die Romantiker-Winterstimmung, die es bedarf, um dieser dunklen, kalten Jahreszeit zu huldigen – und er überrascht mit seiner bestens auf diese Jahreszeit festgelegte Stimmung, wie wir sie gerade zwischen Weihnachten und Neujahr durchleben dürfen.
Hier kommt – wie im gesamten Album – immer wieder dieses feine Retro- und Vintage-Gefühl auf, das Proggers Herzchen höher schlagen und die mitunter leider immer altersschwächer werdenden Öhrchen noch weiter öffnen lässt. Da kann man in einer Zeit, in der einem seine großen Musik-Ideale nach und nach en masse wegsterben, nur ein ganz herzliches Dankeschön an LEAP DAY sagen.


Denn im Sinne der guten alten Zeiten machen sie ihre Sache auf „When Gravity Wins“ richtig gut. Dazu gehört natürlich auch, dass sie am Ende ihres Albums zum großen Finale mit einem gigantischen Longtrack um die Ecke kommen. Satte 22 Minuten beansprucht „Pride Before The Fall“, um seine ganze retro-progressive Prog-Schönheit entfalten zu können.

Einen überraschenden Wechsel der besonderen Art gibt’s dann aber doch. Denn schon immer taten sich LEAP DAY mit dem Gesang schwer. Also darf dieses Mal mit Roelof Beeftink ein neuer Vokalist hinter's Mikro, dessen Stimme gut zu dem manchmal bedrohlichen, oft progressiven und insgesamt sehr melodischen Album passt. Das wertet neben den abwechslungsreichen Kompositionen, die sich dann in dem epischen Mega-Brocken vollenden, der darüber sinniert, dass Hochmut vor dem Fall kommt, noch etwas auf und hinterlässt am Ende einen angenehmen sowie wirklich guten Eindruck, sodass nicht nur die thematische Schwerkraft gewinnt, sondern auch die Anziehungskraft dieses Albums LEAP DAY ihren bis dato besten progressiven Rock-Beitrag beschert.


FAZIT: Die holländischen Prog-Rocker LEAP DAY haben nach anfänglichen Irrungen und Wirrungen ihren immer besser werdenden (auch durch die verschiedenen Sänger, die ihre Laufbahn kreuzten) Weg aus symphonischem, melodischem und retro-orientiertem Progressive Rock gefunden, dem sie mit „When Gravity Wins“ ihr nicht nur sechstes, sondern zugleich auch bestes Album folgen lassen, das besonders durch das über 20 Minuten andauernde Longtrack-Finale die Spitzenposition in ihrer Diskographie-Liste erobert. Auch textlich wie gestalterisch (12-seitiges Booklet im dreiflügeligen Digipak) überzeugen sie mit realistischen Geschichten, die sich zwischen menschlichen Höhenflügen und den darauf folgenden tiefen Abstürzen bewegen. Das Album selber stürzt hingegen zu keiner Minute ab. So kann es gerne auf den folgenden Alben des holländischen Prog-Sextetts weitergehen!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 93x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Void
  • Viral Cage
  • Winter
  • Falling Star
  • Wrinkles
  • Pride Before The Fall

Besetzung:

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